Fiat DINO Coupe

Die Entstehungsgeschichte des Dino Coupes ist kaum mit der anderer Automobile zu vergleichen. Den Anstoß für die Entwicklung des Fahrzeugs gab der Wunsch Ferraris, Mitte der 1960er-Jahre mit seiner Marke Dino in der Formel 2 mitzumischen. Doch um das zu erreichen, musste Ferrari zuerst eine scheinbar unüberwindbare Hürde nehmen. Denn das damalige Reglement gab vor, dass an den Wettbewerben nur Fahrzeuge teilnehmen dürfen, deren Motorblock aus einem Serienfahrzeug stammt und nicht mehr als 1,6 Liter Hubraum hat. Die viel größere Hürde war jedoch, dass das Serienmodell mindestens 500 Verkäufe innerhalb eines Jahres vorweisen kann. Für den kleinen Sportwagen-Hersteller aus Maranello war diese Absatzzahl allein nicht zu erreichen.


Fiat und Ferrari vereinbaren umfangreiche Kooperation

Um das Ziel der Formel-2-Teilnahme dennoch zu erreichen, entschloss sich Ferrari zu einer umfangreichen Kooperation mit Fiat. Der Hersteller aus Turin verpflichtete sich im Rahmen des geschlossenen Vertrags zum Bau der 6-Zylinder "Dino" V-Motoren zu Ehren des auf tragische Weise ums Leben gekommenen Sohnes von Ferrari-Gründer Enzo Ferrari, der zum Design des Aggregats beigetragen hatte. Um die von Ferrari benötigten Stückzahlen zu erreichen, entschied sich Fiat, zwei Sportwagen zu bauen. Bei einem sollte es sich um ein sportliches Coupe, bei dem anderen um einen offenen Spider handeln.

 

Bertone kümmert sich um das Design des Fiat Dino Coupes

Bevor man sich jedoch mit dem Design beschäftigte, galt es zuerst, Ferraris reinrassigen Rennsport-Motor zu zügeln und alltagstauglich zu machen. Mit dieser Aufgabe betraute Fiat seinen Konstrukteur Aurelio Lampredi, der zunächst von kostspieligem Aluminium auf Grauguss wechselte. Weitere Änderungen fanden sich beim Kettentrieb der Nockenwellen, den Lampredi deutlich vereinfachte und damit die Fertigungskosten senkte. Als der finale Motor stand, beauftragte Fiat den Turiner Karosseriedesigner Bertone mit dem Entwurf des Dino Coupes, während sich der ebenfalls aus Turin stammende Karosseriedesigner Pininfarina um den Spider kümmerte.

Bei der Gestaltung des Dino Coupes orientierte sich Bertone an dem für die damalige Zeit typischen 2-plus-2-Sitzer-Design von Sportcoupés. Der Radstand des geschlossenen Dinos war 2.550 mm länger als der Spider. Auch beim Komfort bot das Coupe mehr als der Spider, zum Beispiel einen vollwertigen Kofferraum, elektrische Fensterheber und umklappbare Rücksitze. Damit war das Coupe das perfekte Auto für längere Touren, eben ein echter Gran Turismo. Der zusätzliche Komfort schlug sich allerdings auch im Gewicht des geschlossenen 2+2-Sitzers wieder, der mit 1.280 kg knapp 100 kg schwerer war als die Frischluft-Variante.


Ferrari arbeitet an eigenem Sportwagen auf Basis des Motors

Seine Premiere feierte das Fiat Dino Coupe im Jahr 1967, ein Jahr nach dem Spider. Die finale Version hatte einen Hubraum von 1.988 cm³, verfügte über drei Weber-Vergaser und leistete 118 kW (160 PS). Zeitgleich begann Ferrari einen eigenen Sportwagen rund um das Aggregat zu entwickeln. Für das Design zeichnete der Turiner Karosseriedesigner Pininfarina verantwortlich. Das Ergebnis war der Ferrari Dino 206 GT, der 1968 in Produktion ging. Die Leistung war mit 180 PS etwas höher als die des Fiat Dinos. Auch beim Top-Speed war der 206 GT mit 230 km/h gut 30 km/h schneller als das Coupé aus Turin.

 

Erfolg des Dino Coupes führt zu leistungsstärkerem Nachfolger

Das Fiat Dino Coupe erwies sich als erfolgreicher als der Spider. So konnten die Turiner 1967 und 1968 insgesamt 2.629 Exemplare ihres Sportwagens verkaufen, etwa doppelt so viele wie von der offenen Variante. Ferrari konnte bis 1969 152 Stück seines Dino 206 GT an den Mann bringen. Durch den Erfolg bestätigt entschloss sich Fiat 1969 dazu, eine Variante mit leistungsstärkerem Motor auf den Markt zu bringen. Das V6-Aggregat mit 65-Grad-Zylinderwinkel im Fiat Dino 2400 Coupe brachte es nun auf einen Hubraum von 2.418 cm³ und die Leistung stieg auf 180 PS. Das ermöglichte dem Sportwagen eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h. Neu war in der überarbeiteten Version des Coupes aber nicht nur der Motor, sondern auch die Einzelradaufhängung hinten, die dem Wagen besonders in Kurven mehr Stabilität verlieh. Zudem gab es neue Bremsen von Girling und ein manuelles 5-Gang-Getriebe von ZF. Bis 1972 rollten insgesamt 7577 Fiat Dino Coupes mit den beiden unterschiedlichen Motorisierungen vom Band. Durch weitere Kooperationen kam das Aggregat auch im Lancia Stratos zum Einsatz.


Unvergessene Film- und TV-Auftritte des Dino Coupes

Die von Bertone gezeichnete Karosserie und die Kooperation mit der prestigeträchtigen Marke Ferrari sorgte dafür, dass das Dino Coupe Auftritte in zahlreichen Filmen und TV-Sendungen hatte. Unter anderem war ein schwarzes Coupe in der Action-Komödie "The Italian Job - Charlie raubt Millionen" mit Michael Caine in der Hauptrolle zu sehen. Einen weiteren berühmten Auftritt hatte das Coupe in dem italienischen Kriminalfilm "Die Banditen von Mailand", der 1968 bei den Filmfestspielen in Berlin als italienischer Beitrag über die Leinwand flimmerte. Ferraris 246 GT feierte seinen wahrscheinlich bekanntesten Auftritt in der von 1970 bis 1971 ausgestrahlten Krimi-Komödie "Die Zwei" mit Roger Moore und Tony Curtis.


Wertentwicklung des Dino Coupes

Durch die wenigen verkauften Exemplare ist der Dino Spider bei Liebhabern am gefragtesten, was sich deutlich im Preis niederschlägt. Für weniger als 100.000 Euro gibt es so gut wie keine gut erhaltenen Exemplare auf dem Markt. Das Coupe ist hingegen schon für deutlich weniger zu haben. Ein Wagen in gutem Erhaltungszustand, der noch das originale Lackkleid besitzt, ist bereits ab etwa 40.000 Euro erhältlich. Die meisten Angebote bewegen sich um 50.000 Euro.

 

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